Erfahrungen

Hilft Bauchtanz gegen muskuläre Verspannungen und Schmerzen?

Zum Umgang mit physischen Schmerzen Inspiration PDF muskelschmerzerfahrung.comINSPIRATION ZUM UMGANG MIT PHYSISCHEN SCHMERZEN

Zum Inspirations-PDF

 

 

Ein jedes dieser Gefäße ist schön, weil es sich von den anderen unterscheidet. So wie die Menschen, die Regentropfen oder die Felsen in den Bergen auch alle unterschiedlich sind.

Die Schriften von Accra — Paulo Coelho

 

 

****
Für Barbara,
meine erste Bauchtanzlehrerin.
Danke, dass du mich mit offenen Armen aufgenommen hast
****

Zitat Paulo Coelho "Ein jedes dieser Gefäße ist schön, weil es sich von den anderen unterscheidet. So wie die Menschen, die Regentropfen oder die Felsen in den Bergen auch alle unterschiedlich sind." Die Schriften von Accra.

*Dieser Post beinhaltet affiliate Links. Dadurch entstehen keine Kosten für dich.

 

Dieser Post beschäftigt sich mit meinen Erfahrungen mit Bauchtanz in Bezug auf meine Gesundheit und gibt einen kleinen Einblick darin, wie ich zum Orientalischen Tanz kam und wie er mir geholfen hat. Hier kannst du direkt zu den besten Vorzügen für verschiedene Körperbereiche springen.

 

Im Oktober 2016 begann ich bei mir in der Nähe zum Orientalischen Tanz zu gehen. Ich hatte eigentlich keine genaue Vorstellung von Orientalischem Tanz. Ich wusste nur, dass er die Hüfte beinhaltet und dachte, das wäre gut, um meine steife Rumpfmuskulatur zu lockern bzw. beweglich zu machen.

 

Außerdem störte es mich, dass ich keinen Sport machte und Tanzen erschien mir als etwas, das ich hinkriegen würde. Meine alten Sportarten wie Laufen, Rad- und Kayakfahren waren zu kraftvoll. Sie führten bei mir immer wieder zu Schmerzen.

 

Beim Bauchtanz fühlte ich mich sehr wohl. Erst konnte ich mit der Musik nicht viel anfangen, jedoch fand ich sie bald super zum Tanzen geeignet. Die Bauchtanzbewegungen passten irgendwie gut auf die anfangs fremde Musik. Es war ein kleiner, netter Kurs. Im Bauchtanz werden viele Bewegungen sehr exakt ausgeführt. Einzelne Körperteile und Muskelgruppen können isoliert angesprochen werden und ich habe die beste Haltung im Oberkörper seit langem – wenn nicht jemals – seit ich mit dem Orientalischen Tanz begonnen habe.

 

Der Bauchtanz vollendet für mich die Aufrichtung meines Oberkörpers im Stehen. Besonders, dass ich meine Bauchmuskulatur für mehr einsetzen kann, als mich zusammenzukrümmen, war revolutionär. Und die ganze Bandbreite der ausführbaren Bewegungen im Oberkörper hätte ich nie für möglich gehalten! Es war so fas-zi-nie-rend meine Lehrerin sie mit Leichtigkeit ausführen zu sehen. Faszinierend, dass man sich so bewegen kann. Das wollte ich gerne lernen.

 

 

 

Besonders die Atmosphäre war schön: von Vertrauen und Wertschätzung geprägt. Die exotische Kleidung, Musik und Bewegung waren wie eine andere Welt.

 

Der Tanz war so leicht, obwohl ich mich nie durch tänzerische Begabung hervorgetan hatte – eher im Gegenteil. Die kleinen, isolierten Bewegungen lagen mir. Besonders, wenn man Angst hat sich durch die Ausführung einer großen, schnellen und kraftvollen Bewegung zu verletzen, ist es super entspannend sich nur auf einen Körperbereich konzentrieren zu müssen und einfach beobachten zu können, wie die Muskulatur reagiert, ob irgendwas weh tut oder ob es einfach eine Bewegung ist, die man ohne Einschränkung richtig gut ausführen kann.

 

Das ist wahrscheinlich das größte Erfolgserlebnis, dass beim Bauchtanz auf einen wartet. Durch die Isolation gibt es selbst für Schmerzpatienten gut ausführbare Bewegungen, auf die man selbst niemals gekommen wäre. Und das ist ja das Schönste, als schmerzerfahrener Mensch, schmerzlose Bewegungen ausführen zu können!

 

Die Atmosphäre in all den Bauchtanzgruppen, die ich kenne, war immer inspirativ und sehr warm. Gut und schwesterlich. Ich habe meine erste Bauchtanzlehrerin geliebt und war todtraurig, als sie aufhörte. Irgendwie merkte ich erst als sie nicht mehr da war, wie wichtig sie als Person für den Tanz gewesen war. Sie hatte etwas sehr Warmes, Begeistertes, wohlwollendes und lobendes Mütterliches. Sie war so liebenswert, dass sie mir eine Reihe von Outfits schenkte, damit ich weitertanze, als sie aufhörte. Insgesamt war ich kein halbes Jahr bei ihr gewesen. Trotzdem war ich in den Bann gezogen vom Orientalischen Tanz.

 

 

 

Da ich zwischenzeitlich umgezogen war, hörte ich in meiner alten Tanzgruppe auf. In der Folgezeit tat ich mich schwer etwas Vergleichbares zu finden. Bewegungen, die mir besonders halfen, machte ich weiterhin zuhause.

 

Vor einiger Zeit habe ich endlich wieder eine Gruppe gefunden, die mir gefällt. Jeder Unterricht ist etwas anders und ich achte insbesondere auf bewusste Bewegung. Ich will mich schließlich nicht nur „wild schütteln“. Durch das bewusste Erlernen der Bewegung, gibt es genug Zeit, die Bewegung in Ruhe und langsam auszuführen und erst schneller und kraftvoller zu werden, wenn der Körper bereit ist und den Ablauf kennt, ohne dass Schmerzen entstehen.

 

Die wichtigsten Bereiche, die vom Bauchtanz profitiert haben, sind mein Nacken und Hals-Schulterbereich, mein Bauch, mein unterer Rücken und mein Becken. Es ist schwer nicht jedes Körperteil aufzuzählen! Ich weiß nicht, welches Körperteil bzw. welche Muskulatur nicht isoliert angesprochen wird. Vielleicht muss man nicht mit den Ohren wackeln können! Aber auch das wäre irgendwie ein lustiger Effekt ?

 

Für mich bedeutet Bauchtanz die Mobilisierung des Torsos und Ansprache sonst selten genutzter Muskeln. Es ist aber kein Training wie im Fitnessstudio. Es ist wesentlich vielseitiger und führt zu so viel mehr Beweglichkeit und einer kraftvolleren Haltung im Alltag, ohne schmerzverursachende Spannung aufzubauen.

 

Es muss selten Spannung gehalten werden. Die isolierte Ansprache einzelner Körperteile oder Muskelgruppen führt zu einer Spannung in der Bewegung an der jeweiligen Stelle und bewusster Entspannung anderer Bereiche. Zum Beispiel können viele verschiedene Anteile der Bauchmuskulatur – untere, mittlere und obere Bauchmuskulatur oder feiner unterteilt! – angesprochen werden, während die jeweiligen anderen Bereiche bewusst entspannt bleiben. Regelrecht „hängen“ ?

 

Kaum vorzustellen! Früher habe ich den Bauch immer als ein „Ding“ betrachtet. Besonders nachdem sich meine frühere Fehlhaltung verfestigt hatte, war mein ganzer Oberkörper in meiner Wahrnehmung ein starres Gebilde, an dem die Gliedmaßen befestigt waren. Durch Dehnung konnte ich mir die Fähigkeiten (die Länge der Bauchmuskulatur) zur Aufrichtung wieder erwerben. Die Lockerung und Ansprache der Rumpfmuskulatur bekam ich jedoch erst im Bauchtanz. Und das bringt mich zum Thema: Lockerung.

 

 

 

Wie kommt es zur Entspannung der Muskulatur beim Bauchtanz?

 

Im Bauchtanz gibt es eine Reihe von Schüttelbewegungen, die auf kurzzeitiger Ansprache und auf darauffolgendem Loslassen beruhen. Ich glaube an das Prinzip „Ansprechen, Loslassen, Ansprechen, Loslassen“ – Nicht halten!

 

Es zeigt dem Körper, dass beide Zustände nebeneinander existieren können – nicht gleichzeitig, sondern mit fließendem Übergangen. Das ist das Wichtigste: es muss nicht Anspannen und Halten oder Loslassen bzw. Hängen sein. Der Körper ist für Bewegung gemacht und braucht je nach Aufgabe beides. Die „Belastung“ im Bauchtanz ist nie dauerhaft, sondern kurzzeitig und gefolgt von Entspannung.  Das Gegenteil habe ich im Jazztanz kennengelernt. Dort erfordern die Bewegungen für meine Verhältnisse viel Spannung und haltende Spannung, z. B. durch viel Auf-dem-Ballen-stehen und Die-Füße-spitzmachen, was meiner Wade zusätzlich Probleme bereitete.

 

Vor allem sind die Bewegungen im Bauchtanz nicht sehr ausladend oder schnell, im Sinne von „die gesamte Körpermasse schnell durch den Raum bewegen“ zu müssen. Der Teil, der mir an Jazz oder Standard und Latein zusetzt, ist „kraftvolle“ Bewegung des ganzen Körpers, was natürlich mehr Spannung erfordert als mit den Schultern zu wackeln. Daher würde ich sagen, steht beim Orientalischen Tanz die Lockerung im Fokus, auch wenn das eine sehr einseitige Betrachtung ist. Gerade meine gute Haltung im Brustwirbelbereich beruht auf der Fähigkeit der Ansprache „neuer“ Muskeln. Sie ist jedoch nicht starr, sondern ich habe einfach die Möglichkeiten meinen Oberkörper in verschiedene Richtungen und auf unterschiedliche Weise zu bewegen. Daher muss ich nicht mit „einem Stock im Rücken“ durch die Gegend laufen. Die Spannung, die ich gewohnt war und teilweise immer noch bin, ist statisch, unbeweglich. Daher ist es so angenehm Beweglichkeit in einem scheinbar verhältnismäßig festen Körper, wie dem Brustkorb, zu entdecken.

 

 

Welche Hauptbereiche haben vom Bauchtanz profitiert?

 

Hals-, Nacken- und Schulterbereich

 

Diese ganze Gegend war bei mir zeitweise so hart, dass jeder Schulterblick einen riesigen Schmerz in meinen Schädelansatz an der Rückseite des Kopfes sendete. Sehr kleine, sanfte Bewegungen erleichternd das schmerzfreie Bewegen des Kopfes und der Schultern. Außerdem helfen sie den Bewegungsradius zu erhalten und zu vergrößern. Ich finde Mikrobewegungen sind sehr gut geeignet, um im empfindlichen Nackenbereich Bewegung zu erlernen ohne sich Schmerzen, die in den Kopf ziehen, zu holen. Trotzdem gilt es bei einem steifen Nacken niemals zu übertreiben und lieber regelmäßig zu üben. Hilfreiche Übungen sind isolierte Kopfbewegungen, Schultershimmy („Schulterwackeln“), Schlangenarme und das Heben des Brustkorbs / Sternums, da sich das direkt auf die Haltung der Halswirbelsäule auswirkt. Wenn ich sehr eingesunken und vornübergebeugt sitze, muss ich den Kopf quasi „in den Nacken legen“, um geradeauszuschauen. Und das ist ungefähr so angenehm, wie lange in den Himmel zu gucken.

 

 

Bauch

 

Eine maßgebliche Erkenntnis war, dass ich meine Bauchmuskeln nutzen kann, um mich auszustrecken, da das ja lange mein größtes Problem war. Mithilfe der Bauchmuskulatur kann ich meinen Brustkorb heben und die Bauchmuskeln lang machen. Das schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe: die Muskeln werden lang und angesprochen. Warum ist das so wichtig?

Durch die langanhaltenden Krämpfe im Bauch verkürzte sich die Muskulatur so sehr, dass eine gerade Haltung für mich unmöglich wurde. Gleichzeitig hatte ich tierische Angst, meine Bauchmuskulatur zu benutzen, schließlich wusste ihr muskuläres Gedächtnis nur zu gut wie man sich anspannt. Ihnen also jetzt beizubringen sich auf ihre volle Länge auszudehnen und momentane Spannung zu besitzen, hatte sicherlich einen großen psychologischen Mehrwert für mich, als auch praktische Vorteile. Ich weiß jetzt, ich kann meine Bauchmuskeln dazu trainieren mich zu halten ohne sich zu kontrahieren und habe dadurch auch sehr meinen Rücken entlastet. Außerdem hat mir auch hier die Wechselwirkung zwischen Ansprache und Loslassen zu einer allgemeinen Lockerung verholfen.

 

 

Hilft Bauchtanz gegen muskuläre Verspannungen?

 

 

Unterer Rücken

 

Einer der besten Sachen für den unteren Rücken ist der Einsatz der Bauchmuskulatur, um das Becken vorne „hoch“ zu ziehen, damit meine ich die Symphyse (oder Schambein) zur Nase zu ziehen. Der Stand ist locker in den Knien und stabil. Dadurch geht man automatisch aus dem Hohlkreuz raus und ermöglicht alle freien Bewegungen im Becken.

 

 

Becken

 

Das Becken als „Bereich“ zu nenne finde ich sehr wichtig. Auf der anderen Seite ist es aber auch ein großes Fass, da hier viele verschiedene Muskeln befestigt sind und Einfluss haben. Mit Hüftdrops und -kicks, Shimmy (dezentes, hochfrequentes Zittern oder „Schütteln“), Hagellah (ein spezieller Gang mit schwingender Hüfte) und wahrscheinlich vielen, vielen anderen Bewegungen wird unter anderem die Bauch- und Rückenmuskulatur angesprochen und durch die repetitive Natur vieler Bewegungen, habe ich sehr große Verbesserungen in der Beweglichkeit meines Iliosakralgelenks bemerken können. Rechtsseitig neigt es bei mir zu „verhaken“, was sich durch ein unangenehmes, häufig dann stets vorhandenes Gefühl und eingeschränkte Bewegungsfähigkeit der rechten Hüftschale äußert. Bauchtanz ist das einzige und wirksamste, nachhaltige Rezept gegen Iliosakralverhakungen oder -blockaden, das ich kenne. Vorausgesetzt natürlich, man kann sich noch bewegen. Gerade deswegen ist es auch super vorbeugend anzuwenden und ist noch dazu ein cooles Hobby.

 

Ich hoffe, du hast einen Eindruck bekommen können wie vielseitig der Orientalische Tanz ist, und dass er am Ende des Tages doch sehr viel mehr als „nur“ den Bauch umfasst!

 

 

 

♥  Achtung !  ♥

 

Alle Inhalte beziehen sich auf meine eigenen Erfahrungen und sind nach besten Wissen und Gewissen dargestellt. Wie jeder Mensch anders ist, ist auch jeder Körper und jede Geschichte anders. Erfahrungsberichte, wie dieser, dienen daher dem Austausch und der Information, ersetzen jedoch in keinster Weise professionelle Unterstützung, solltest du sie benötigen.

 

 

 

Hier kannst du mehr über mich erfahren und neue Blog Posts als Emails erhalten 

Photographie von Larry Tofler

Hilft Bauchtanz gegen Schmerzen?

Hilft Bauchtanz gegen Muskelschmerzen? Hilft Bauchtanz gegen muskuläre Verspannungen und Schmerzen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Social media & sharing icons powered by UltimatelySocial